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Prof. Edzard Ernst - wie ernst zu nehmen ist seine Forschungskompetenz bezüglich Komplementärmedizin?
(06.05.2010) Pressemeldung

Ist Prof. Edzard Ernst die Stimme der Komplementärmedizin-Forschung in Europa?

Berlin, 30. April 2010. In Medien wird häufig der Eindruck erweckt, Ernst sei die Stimme der Komplementärmedizin-Forschung in Europa. In einem Interview mit Professor Ernst mit den Homöopathischen Nachrichten (April Ausgabe) des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) wird seine Forschungskompetenz hinterfragt. Auch heißt es oft, Ernst habe sich vom homöopathischen Arzt zum kritischen Wissenschaftler entwickelt. Ein Mythos. Im Interview sagt Ernst, er habe keinen einzigen Weiterbildungskurs Homöopathie absolviert.


Professor Edzard Ernst gilt als einer der renommiertesten Forscher im Bereich der Komplementärmedizin in Europa. Gerne wird er vom Handelsblatt oder Stern zitiert. Dies mag damit zusammenhängen, dass er klare Ansichten hat und sich nicht davor scheut, diese auch plakativ zu formulieren: "Ich leite den weltweit einzigen Lehrstuhl für die Erforschung der Komplementärmedizin und untersuche die Homöopathie nach wissenschaftlichen Kriterien. Bisher habe ich leider herzlich wenige Hinweise gefunden, dass Homöopathie mehr wirkt als Placebo“ (Welt am Sonntag, April 2005). Dieser Satz erscheint in fast jedem Ernst-Interview. In den letzten Jahren hat er sich vor allem als Autor (Gesund ohne Pillen, Hanser Verlag 2009) oder Gutachter (Die andere Medizin, Stiftung Warentest 2005) populärwissenschaftlicher Bücher einen Namen gemacht. Aber auch für den kürzlich veröffentlichten Bericht des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie im Britischen Unterhaus waren die Aussagen von Edzard Ernst grundlegend. In dem Bericht wurde gefordert, die homöopathische Behandlung nicht mehr über den staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) anzubieten und homöopathische Mittel nicht mehr als Arzneimittel zuzulassen. In den Medien wird häufig der Eindruck erweckt, Edzard Ernst sei die Stimme der Komplementärmedizin-Forschung.


Edzard Ernst ist kein homöopathischer Arzt
Genährt wird der Mythos Edzard Ernst auch dadurch, dass sich hier ein homöopathischer Arzt zum Kritiker gewandelt hat. In dem Buch Gesund ohne Pillen, das Edzard Ernst als Autor mit verantwortet, schreibt Co-Autor Singh: "Der eine von uns, Edzard Ernst, ist ein Insider, der viele Jahre lang als Arzt tätig war und dabei auch manch alternatives Heilverfahren angewandt hat.“ Dieses Bild wird immer wieder bedient. In der Welt am Sonntag vom 10. April 2005 sagt Ernst im Interview "... als Arzt und ausgebildeter Homöopath habe ich früher auch gelegentlich homöopathisch behandelt. Mit wechselndem Erfolg.“ Und in einem Interview der Technology Review vom 23. Juli 2008 heißt es: "Von der Homöopathie war ich als Kliniker ja mal ganz beeindruckt.“ Von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Paramedizin (GWUP) und von Autoren des ScienceBlogs wird das zu der Aussage verdichtet: "... Prof. Edzard Ernst (hat) selbst lange Homöopathie und andere Methoden praktiziert, bevor er die erste Professur für Komplementärmedizin bekam und seitdem diese Methoden den erbarmungslosen Methoden der Medizin unterzieht.“


Diese Geschichte von der Wandlung vom Saulus zum Paulus macht Ernst für Medien interessant. Wer als überzeugter Insider durch einen Blickwechsel zum Kritiker wird, muss glaubwürdig sein. Im Gegensatz zu seinen wiederholten Aussagen ist Edzard Ernst kein ausgebildeter Homöopath und hat auch nicht die Voraussetzungen für die Zusatzbezeichnung Homöopathie erworben. Im Interview mit dem DZVhÄ wird klar, dass er keine Weiterbildungskurse Homöopathie belegt hat und somit die Voraussetzungen für die Zusatzbezeichnung Homöopathie nicht erfüllt hat. Und die ärztliche Praxis im Bereich Komplementärmedizin? Ernst hat nach dem Staatsexamen lediglich ein halbes Jahr als Assistenzarzt im Münchner Krankenhaus für Naturheilweisen gearbeitet, "dann wechselte ich ins Labor und wurde Forscher, und das hat meinen Blick schon deutlich verändert“, erzählte er dem Stern im März 2009. So deutlich sagt Edzard Ernst selten, dass er eine eher marginale therapeutische Erfahrung besitzt. Im DZVhÄ Interview konnte er sich nicht mehr an die Dauer seiner ärztlichen Tätigkeit erinnern.


Ist Edzard Ernst die Stimme der Komplementärmedizin-Forschung in Europa?
Es gibt an etlichen Hochschulen Institute, an denen im Bereich CAM (Komplementäre und Alternative Medizin) geforscht wird. Andere Forscher äußern sich differenzierter. Dr. Klaus Linde vom Zentrum für naturheilkundliche Forschung der TU München schrieb: "Die Debatte unter den klinischen Forschern ist also nicht, ob es positive Evidenz aus placebokontrollierten Studien gibt, sondern ob diese für einen Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie angesichts der aus naturwissenschaftlicher Sicht geringen Plausibilität ausreicht.“


Professor Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, bringt die Kritik an Ernst in einer Rezension (FAZ, 23. Februar 2009) des Buches Gesund ohne Pillen auf den Punkt: "Auffällig ist die Ignoranz [der Autoren[ gegenüber methodischen und sachlichen Einwänden, die führende Forscher auf dem Gebiet der Komplementärmedizin gegen den selektiven Blick dieser beiden ,Experten’ haben. Konträre Ansichten werden nicht erwähnt. Ignoriert wird von den Autoren auch ein detaillierter Health Technology Assessment-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Schweizer Programms Evaluation Komplementärmedizin aus dem Jahre 2006. Dieser kommt zu dem Schluss, dass, es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und eine klinische Wirksamkeit der Homöopathie (Evidenzgrad I und II) gibt und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt’.“


Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Christoph Trapp
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte
Reinhardtstraße 37, 10117 Berlin
Tel 030-3259734-11, Fax 030-3259734-19


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